Vier Angaben — weniger ist ein Wunsch
Ziel, Gegebenes, Tabu, Nachweis. Vier Sätze, die zusammen den Unterschied zwischen einer Aufgabe und einer Andeutung machen.
Ein Auftrag an ein KI-Werkzeug ist derselbe Auftrag, den Sie einem neuen Kollegen geben würden, der Ihr Haus nicht kennt — nur schriftlich und ohne die Möglichkeit, im Vorbeigehen nachzufragen. Vier Angaben machen ihn vollständig.
Warum genau diese vier
| Angabe | Was ohne sie passiert |
|---|---|
| I · Das Ziel | Das Werkzeug wählt ein plausibles Ziel. Meistens ein größeres als Ihres. |
| II · Das Gegebene | Es baut die grüne Wiese — sauber, richtig, und unbrauchbar für die 400 Konten, die es schon gibt. |
| III · Das Tabu | Es räumt beim Vorbeigehen auf. Was danach kaputt ist, merken Sie nächste Woche. |
| IV · Der Nachweis | Es sagt „fertig". Sie sagen „naja". Niemand kann beides prüfen. |
- Bevor Sie einen Auftrag absenden
WarumWie sich die vier Angaben zu einer Spezifikation verhalten
Wer den Arbeitsplan der Softwarefertigung kennt, erkennt in der vierten Angabe etwas wieder: das Abnahmekriterium. Dort gilt die Regel, dass ein Kriterium von außen entscheidbar sein muss — jemand, der das Vorhaben nicht kennt, muss ohne Rückfrage sagen können, ob es erfüllt ist.
Das ist dieselbe Regel, auf einer anderen Größenordnung. Eine Spezifikation beschreibt ein Vorhaben und hat viele solcher Kriterien; ein Auftrag beschreibt eine Änderung und hat eines. Der Maßstab ist derselbe, und das ist kein Zufall: Beide beantworten die Frage, wer entscheidet, wann etwas fertig ist — und beide beantworten sie so, dass es nicht der ist, der es gebaut hat.
Der praktische Nutzen dieser Verwandtschaft: Wenn Sie sich das Formulieren abnehmbarer Aufträge angewöhnen, üben Sie zugleich das, was ein Vorhaben braucht. Umgekehrt gilt: Wer die vier Angaben für eine Änderung nicht hinbekommt, wird sie für ein Vorhaben erst recht nicht hinbekommen — dort fehlt nur zusätzlich der Fachbereich, der widersprechen könnte.