Wann Sie keinen Agenten brauchen
Die billigste, schnellste und zuverlässigste Entscheidung ist häufig die, keinen zu bauen. Vier Fragen klären das in fünf Minuten.
Diese Phase steht bewusst vor allem Bauen. Ein Agent ist teurer, langsamer und schwerer zu prüfen als ein Programm. Er lohnt sich, wenn er etwas kann, das ein Programm nicht kann — und sonst nicht.
Drei Aufgaben aus dem Alltag, richtig zugeordnet
| Aufgabe | Das richtige Mittel | Warum |
|---|---|---|
| Aus 400 Rechnungen eine Summenliste je Monat bauen | Ein Programm | Die Schritte stehen fest. Ein Agent wäre teurer und würde manchmal anders rechnen. |
| Einen Text auf Deutsch zusammenfassen | Ein einzelner Aufruf | Eine Frage, eine Antwort. Keine Schleife, keine Werkzeuge, kein Betrieb. |
| Belege aus dem Eingang einordnen, Zweifelsfälle vorlegen | Ein Agent | Was zu tun ist, hängt vom Beleg ab. Es sind mehrere Schritte, und welche, weiß man vorher nicht. |
1Ein Kollege sagt: „Wir bauen einen Agenten, der jeden Montag den Umsatzbericht verschickt.“ Was fragen Sie zurück?
2Woran erkennen Sie, dass Sie eigentlich einen einzelnen Aufruf brauchen und keine Schleife?
WarumWarum diese Prüfung gerade bei Agenten so wichtig ist
Bei jeder anderen Technik merkt man den Fehlgriff früh: Ein falsch gewähltes Werkzeug funktioniert nicht, und man sucht ein anderes. Ein Agent funktioniert immer irgendwie — er liefert für jede Aufgabe ein Ergebnis, das plausibel aussieht.
Deshalb bleiben Fehlgriffe hier lange unentdeckt und werden teuer: Man baut, es läuft, es kostet pro Vorgang Geld, es ist schwerer zu prüfen als ein Programm — und niemand rechnet nach, weil es ja funktioniert. Die fünf Minuten für diese vier Fragen sind die einzige Stelle, an der so etwas noch billig zu verhindern ist.