Station 00/Wer ist wofür zuständig·Vorschau
Station 00 · Orientierung/Phase 3

Wer ist wofür zuständig

Sprachmodell, Laufzeit, Werkzeuge, Daten, Mensch: Jedes Teil beantwortet genau eine Frage. Das ist die Landkarte, mit der man jede Störung einordnet.

Fünf ZuständigkeitenJede Frage hat genau eine Adresse
JEDES TEIL BEANTWORTET GENAU EINE FRAGE — UND SONST KEINEDas SprachmodellWas ist der nächste Schritt?Es merkt sich nichts und tut nichts.Die Laufzeit — Ihr ProgrammWer ruft wen, wie oft, wie lange?Sie überlegt nicht mit.Die WerkzeugeWie wirkt etwas in der Welt?Sie entscheiden nichts.Ihre Daten und SystemeWas ist wahr?Sie ändern sich nicht von selbst.SieWas darf passieren — und wer haftet?Das gibt niemand ab.Die häufigste Frage lautet „warum hat er das getan?“ — sie ist zu groß.Mit dieser Aufteilung wird daraus: Welches Teil hat wann was gemacht? Das steht im Protokoll.

Die drei Begriffe, über die alle reden

Ein Programm, das aus einem Text den nächsten wahrscheinlichen Text erzeugt. Mehr nicht — und das ist wörtlich gemeint.

Es merkt sich nichts zwischen zwei Aufrufen. Dass ein Chatfenster sich „erinnert“, liegt nur daran, dass der bisherige Verlauf jedes Mal komplett neu mitgeschickt wird. Es tut auch nichts: Es kann keine Datei öffnen und keine Mail senden. Es kann nur sagen, dass es das gern täte — ausführen muss es Ihr Programm.

Diese zwei Eigenschaften erklären fast alles, was später überrascht: die Kosten (jede Runde schickt alles noch einmal) und die Grenzen (er kann nur, was Sie ihm als Werkzeug gegeben haben).

Ihr eigenes Programm — das, was die Schleife dreht. Es ruft das Modell, führt die gewünschten Werkzeuge aus, gibt die Ergebnisse zurück und zählt mit, wie oft das schon geschehen ist.

Ein SDK ist dabei nur eine fertige Hilfsbibliothek, die einem diese Schleife abnimmt. Es ist kein eigenes System und keine Wolke — es ist ein Paket, das Sie installieren, wie jedes andere auch.

Hier sitzen Ihre Deckel. Der Schutz vor der Endlosschleife liegt nicht im Modell, sondern in Ihrer Laufzeit — also bei Ihnen.

Eine Vereinbarung, wie ein Programm einem Agenten Werkzeuge anbietet. Nicht mehr. Statt jedes Fremdsystem selbst anzubinden, spricht man ein einheitliches Format, und der Anbieter des Systems liefert die Werkzeuge mit.

Das spart Arbeit und öffnet zugleich eine Tür: Mit den Werkzeugen kommen auch deren Beschreibungen herein — Text, den jemand anderes geschrieben hat und den Ihr Agent liest, als käme er von Ihnen. Station 03 zeigt, wo diese Grenze verläuft.

Wozu diese Aufteilung gut ist

Die häufigste Frage im Betrieb lautet „Warum hat er das getan?“ — und sie ist unbeantwortbar, weil sie zu groß ist. Mit dieser Landkarte wird daraus eine kleine Frage: Welches Teil hat wann was gemacht? Und die steht im Protokoll (Station 04).

Auf Stufe 2 (Fortgeschritten) steht hier zusätzlich: was genau bei einem einzelnen Aufruf über die Leitung geht — und warum das Modell zwischen zwei Runden wirklich alles vergisst
TiefeWas bei einem einzelnen Aufruf tatsächlich über die Leitung geht

Ein Aufruf ist eine gewöhnliche HTTPS-Anfrage mit einem JSON-Körper. Darin stehen im Wesentlichen vier Dinge:

  • der Modellname und die Obergrenze für die Antwortlänge
  • der Auftrag als Systemtext
  • die Werkzeugbeschreibungen — Name, Beschreibung, Felder, jedes Mal vollständig
  • der gesamte bisherige Verlauf: jede Frage, jede Antwort, jeder Werkzeugaufruf, jedes Werkzeugergebnis

Zurück kommt entweder Text („ich bin fertig, hier ist das Ergebnis“) oder ein Wunsch: „Ruf beleg_lesen mit dieser Datei auf.“ Ausgeführt wird nichts — der Anbieter hat keinen Zugriff auf Ihren Ordner. Ihr Programm führt aus und schickt das Ergebnis in der nächsten Anfrage mit.

Daraus folgen unmittelbar zwei Dinge, die sonst rätselhaft bleiben. Erstens die Kosten: Der Verlauf wächst, und er wird jedes Mal komplett neu übertragen und neu bezahlt. Zweitens die Vergesslichkeit: Zwischen zwei Aufrufen existiert beim Anbieter nichts. Was Sie nicht mitschicken, ist weg — deshalb ist das „Gedächtnis“ eines Agenten immer etwas, das Ihr Programm mitführt.

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