Station 01/Die Familien — und wie man wählt, ohne der Rangliste zu folgen·Vorschau
Station 01 · Was sich überhaupt lokal installieren lässt/Phase 3

Die Familien — und wie man wählt, ohne der Rangliste zu folgen

Konkrete Namen mit Datum, damit dieser Kurs nicht im Ungefähren bleibt. Und drei Kriterien, die noch gelten, wenn die Namen veraltet sind.

Diese Phase altert am schnellsten von allen. Die Namen sind der Stand vom 05.09.2026. Was bleibt, sind die drei Kriterien am Ende — deshalb steht die Tabelle vor ihnen und nicht danach.
FamilieWoherWofür sie im Ruf stehtLizenzart
QwenAlibabaBreite Größenauswahl von sehr klein bis Serverklasse, gute Mehrsprachigkeit, ordentliches Deutsch.meist Apache 2.0 — echte freie Lizenz
LlamaMetaSehr verbreitet, viele Anleitungen und Werkzeuge darum herum.eigene Gemeinschaftslizenz mit Bedingungen
MistralMistral AI (Frankreich)Effizient bei kleiner Größe, europäischer Anbieter.je Modell verschieden — nachsehen
GemmaGoogleKlein und sparsam, für schwache Maschinen geeignet.eigene Nutzungsbedingungen
PhiMicrosoftSehr klein bei erstaunlicher Leistung in engen Aufgaben.meist MIT — echte freie Lizenz
Warum dieser Kurs mit Qwen arbeitet: Die Familie deckt jede Maschinengröße ab — von 1,7 bis 235 Milliarden Parametern —, ist überwiegend unter Apache 2.0 verfügbar und antwortet auf Deutsch brauchbar. Das macht sie zum bequemsten Lehrbeispiel, nicht zur besten Wahl für jeden Fall.

Die drei Kriterien, die nicht altern

1

Passt es auf die Maschine, die Sie haben oder kaufen wollen?

Das ist die harte Grenze und schlägt jedes Qualitätsargument. Ein Modell, das nicht hineinpasst, ist nicht langsam — es ist unbrauchbar. Die Rechnung steht in Station 02.

2

Erlaubt die Lizenz, was Sie vorhaben?

„Herunterladbar" heißt nicht „frei verwendbar". Häufig stehen darin: eine Nutzerobergrenze, eine Nennungspflicht, eine Liste verbotener Verwendungen. Die drei Lizenzarten und was zu prüfen ist, stehen vollständig im Kurs ki-anwendung, Station 01.

3

Besteht es Ihre eigene Prüfbank?

Das einzige Kriterium, das für Ihre Aufgabe gilt. Zwanzig eigene Fragen sagen mehr als jede öffentliche Rangliste — denn die misst fremde Aufgaben in fremder Sprache. Station 07.

Öffentliche Ranglisten helfen bei der Vorauswahl und bei nichts sonst. Sie messen Aufgaben, die selten Ihre sind, überwiegend auf Englisch, und sie werden von Anbietern beworben, die davon leben. Nehmen Sie zwei oder drei Namen daraus mit — und entscheiden Sie mit Ihrer eigenen Bank.
Auf Stufe 2 (Fortgeschritten) steht hier zusätzlich: warum öffentliche Ranglisten systematisch etwas anderes messen als Ihre Arbeit
WarumWarum öffentliche Ranglisten systematisch etwas anderes messen als Ihre Arbeit

Ranglisten sind das erste, was man findet, und der schlechteste Ratgeber, den man haben kann. Nicht weil sie falsch wären — sondern weil sie eine andere Frage beantworten als die, die Sie stellen.

Erstens: die Sprache. Der überwiegende Teil der verbreiteten Vergleiche läuft auf Englisch. Modelle unterscheiden sich im Deutschen deutlich stärker als im Englischen, und die Reihenfolge kann sich dabei umkehren — besonders bei kleinen Modellen, bei denen deutscher Text im Training seltener vorkam.

Zweitens: die Aufgabenart. Gemessen werden gern Prüfungsfragen, Programmieraufgaben und Denksportaufgaben. Ihre Aufgabe ist mit einiger Wahrscheinlichkeit „diese Kundennachricht einer von vier Sorten zuordnen". Dass ein Modell Mathematikaufgaben besser löst, sagt darüber wenig.

Drittens: die Sättigung. Wenn eine Prüfung lange genug bekannt ist, fließen ihre Aufgaben und ähnliche Aufgaben in das Training der nächsten Modelle ein. Die Zahlen steigen dann, ohne dass die Fähigkeit im selben Maß steigt. Das ist kein Betrug, sondern ein Nebeneffekt — er macht Vergleiche über die Zeit trotzdem unbrauchbar.

Viertens: die Quantisierung fehlt. Gemessen wird meistens die volle Fassung. Sie werden eine Fassung mit 4 Bit betreiben. Der Unterschied ist klein, aber er ist da — und er trifft die kleinen Modelle stärker als die großen.

Wofür Ranglisten taugen: zwei oder drei Namen daraus mitzunehmen, die überhaupt in Frage kommen. Die Entscheidung fällt danach mit zwanzig eigenen Fragen. Das ist kein Misstrauen gegen die Vergleiche, sondern die Einsicht, dass „gut" nur in Bezug auf eine Aufgabe eine Bedeutung hat.

SelbstcheckErst überlegen, dann aufklappen — es zählt niemand mit.
1Sie laden ein Modell und es antwortet auf „Fasse den Text zusammen" mit weiteren Aufgabenstellungen statt mit einer Zusammenfassung. Was ist passiert?
Sie haben ein Basismodell erwischt statt der zugerichteten Fassung. Ein Basismodell setzt Text fort; „instruct", „chat" oder „it" im Namen kennzeichnet die Fassung, die Anweisungen befolgt. Das ist keine Feinheit, sondern der Unterschied zwischen brauchbar und unbrauchbar — und der Zusatz fehlt in Anleitungen häufig.
2Ein Modell heißt „30b-a3b". Wonach rechnen Sie den Speicherbedarf — nach 30 oder nach 3?
Nach 30. Bei dieser Bauart rechnet je Anfrage nur ein Teil der Parameter mit — daher die kleine Zahl und das hohe Tempo. Im Speicher liegen muss aber der ganze Satz. Wer nach der kleinen Zahl plant, kauft zu wenig Speicher und wundert sich, warum es nicht startet.
3Warum ist ein erster Platz in einer öffentlichen Rangliste kein Grund, ein Modell zu nehmen?
Weil dort eine andere Frage beantwortet wird: überwiegend auf Englisch, überwiegend mit Prüfungs- und Programmieraufgaben, meist in der vollen statt der quantisierten Fassung — und mit der Zeit gesättigt, weil bekannte Aufgaben ins Training nachfolgender Modelle einfließen. Nehmen Sie zwei, drei Namen zur Vorauswahl mit und entscheiden Sie mit zwanzig eigenen Fragen (Station 07).
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