Station 01/Sechs Riegel·Vorschau
Station 01 · Einrichten/Phase 3

Sechs Riegel

Die Oberfläche steht im Netz und darf alles, was Ihre Zugänge dürfen. Sechs Handgriffe, jeder schließt eine andere Tür.

Der Film zu dieser Phase1:43 — mit Untertiteln. Er ersetzt den Text nicht, er geht ihm voraus.

n8n ist kein Werkzeug wie ein Texteditor. Es hat Zugriff auf Ihre Datenbank, Ihr Postfach und jedes System, für das Sie einen Zugang hinterlegt haben. Wer in die Oberfläche kommt, kommt an alles davon — nicht durch einen Angriff, sondern indem er einen Ablauf baut.

Sechs RiegelDer vierte ist der, den fast alle vergessen
SECHS RIEGEL — JEDER SCHLIESST EINE ANDERE TÜREin Konto je MenschKein geteiltes Anmelden. Wer geht, wirdgesperrt — und man sieht, wer wasgeändert hat.Zweiter Faktor anDie Oberfläche steht im Netz. EinPasswort allein ist dafür zu wenig.Keine offene AnmeldungSelbstregistrierung aus. Neue Kontenlegt nur an, wer schon drin ist.Der Schlüssel ist gesichertOhne den Verschlüsselungsschlüssel sindalle Zugänge in der Sicherung wertlos.Nur HTTPS, nur 443Kein Port für die Datenbank nach außen,keine Oberfläche ohne Zertifikat.Läufe werden aufgeräumtJeder Lauf speichert die Daten, die ergesehen hat. Ohne Frist wächst das ewig.Der vierte Riegel ist der, den fast alle vergessen.Die Zugänge liegen verschlüsselt in der Datenbank. Wer die Sicherung hat, aber nicht den Schlüssel, hat nichts.
Erst grob, dann genau.Vier Bereiche — klicken Sie sich durch.
Konten1 von 4

Kein geteiltes Anmelden. Nicht wegen des Misstrauens, sondern weil man sonst weder sperren noch nachvollziehen kann: Wer geht, nimmt das gemeinsame Kennwort mit, und im Protokoll steht bei jeder Änderung derselbe Name.

Den zweiten Faktor schaltet jeder für sein eigenes Konto ein (Einstellungen → eigenes Konto). Bei einer Oberfläche, die im offenen Netz steht und Zugriff auf alle Systeme hat, ist ein Passwort allein zu wenig.

Neue Konten legt nur an, wer schon drin ist — eine offene Registrierung gibt es nicht und darf es nicht geben. Prüfen Sie das nach dem Aufsetzen einmal, indem Sie die Adresse in einem privaten Fenster aufrufen.
Netz2 von 4

Der Container von n8n lauscht auf Port 5678 — dieser Port wird nirgends nach außen veröffentlicht. Erreichbar ist n8n nur über den Reverse Proxy, der das Zertifikat hält.

Die Datenbank hängt in einem internen Docker-Netz. Sie braucht keine Adresse in der Welt, und sie bekommt keine.

nachsehen, was wirklich offen ist
sudo ufw status
docker compose -f /opt/n8n/docker-compose.yml ps
Wenn in der Ausgabe von docker compose ps bei n8n oder db eine Portangabe wie 0.0.0.0:5678->5678 steht, ist eine Tür offen, die zu bleiben hat. Der ports-Abschnitt gehört aus der Datei entfernt.
Schlüssel3 von 4

Alle hinterlegten Zugänge liegen verschlüsselt in der Datenbank. Der Schlüssel dazu steht in der Umgebungsdatei — und nur dort, wenn niemand ihn wegträgt.

Die Probe: Stellen Sie sich vor, der Server ist weg. Sie haben die Sicherung von gestern. Kommen Sie an die Zugänge? Nur, wenn der Schlüssel an einem zweiten Ort liegt.

Läufe4 von 4

n8n speichert zu jedem Lauf die Daten, die durchgelaufen sind — Namen, Adressen, Beträge, ganze Mailtexte. Das ist beim Suchen eines Fehlers Gold wert und nach vier Wochen ein Datenbestand, den niemand bestellt hat.

in der Umgebungsdatei
EXECUTIONS_DATA_PRUNE=true
EXECUTIONS_DATA_MAX_AGE=336        # Stunden — hier 14 Tage
EXECUTIONS_DATA_PRUNE_MAX_COUNT=10000
Die Frist ist eine Entscheidung, keine Einstellung: Wie lange braucht jemand, um einen Fehler zu bemerken und nachzusehen? Zwei Wochen sind ein guter Anfang. Was länger stehen bleiben muss, gehört in Ihre eigene Datenbank, nicht in die Protokolle des Werkzeugs.
Die Checkliste zum Ausdrucken unterlagen/checkliste-absicherung.md 50 Zeilen — Kopierknopf oben rechts
unterlagen/checkliste-absicherung.md
# Checkliste: n8n sicher betreiben

> Reihenfolge ist Absicht: Was oben steht, schließt die Tür, die am
> wahrscheinlichsten offen steht. Geprüft wird mit `n8n-check.sh`, wo möglich.

## Zugang zur Oberfläche

- [ ] Ein Konto je Person — kein geteiltes Anmelden
- [ ] Zweiter Faktor eingeschaltet, mindestens für den Eigentümer
- [ ] Ausgeschiedene Personen sind gesperrt (nicht nur „nicht mehr benutzt")
- [ ] Neue Konten legt nur an, wer schon drin ist — keine offene Registrierung

## Netz

- [ ] Nur 443 nach außen offen; Port 5678 ist nirgends veröffentlicht
- [ ] Die Datenbank hängt im internen Netz und ist von außen nicht erreichbar
- [ ] HTTPS mit gültigem Zertifikat, keine Ausnahme für „schnell mal"

## Der Auslöser von außen (Webhook)

- [ ] Kennwort oder Signatur wird geprüft — eine geheime Adresse ist **keine** Absicherung
- [ ] Es werden nur die erwarteten Felder übernommen, alles andere verworfen
- [ ] Die Größe der Anfrage ist begrenzt
- [ ] Die Antwort verrät nichts über das Innere

## Geheimnisse

- [ ] `N8N_ENCRYPTION_KEY` ist gesetzt und liegt **zusätzlich** im Passwortspeicher
- [ ] Die Umgebungsdatei ist nur für root lesbar (`chmod 600`)
- [ ] Kein Geheimnis steht in einem Knoten, einer Notiz oder einem Ausdruck
- [ ] Jeder Zugang hat nur die Rechte, die er braucht (eigener Datenbankbenutzer, eigenes Postfach)

## Sicherung

- [ ] Tägliche Sicherung von Datenbank **und** Schlüssel (`n8n-sichern.sh`)
- [ ] Die Sicherung liegt außerhalb des Servers
- [ ] Einmal im Quartal auf einen leeren Container zurückgespielt — mit Probelauf
- [ ] Die Abläufe liegen als JSON im Repository, mit Historie

## Daten

- [ ] Die Ausführungen werden aufgeräumt (`EXECUTIONS_DATA_PRUNE`), mit einer begründeten Frist
- [ ] Es ist bekannt, welche personenbezogenen Daten in den Ausführungen stehen
- [ ] Fremdsysteme, die Daten sehen, sind im Verarbeitungsverzeichnis erfasst

## Pflege

- [ ] Die n8n-Fassung ist festgenagelt (kein `latest`)
- [ ] Vor jeder Aktualisierung: Sicherung, danach: ein Probelauf
- [ ] Die Änderungsliste der neuen Fassung wurde gelesen
  • Prüfliste Absicherung
Auf Stufe 2 (Fortgeschritten) steht hier zusätzlich: wer im Haus welche Rolle bekommt — und warum ein zweites Konto mit weniger Rechten nicht bevormundend ist, sondern hilfreich
WarumWer im Haus welche Rolle bekommt

n8n kennt in der freien Fassung wenige Rollen, aber die reichen für die Grundregel: Wer Abläufe bauen darf, darf alles, was die hinterlegten Zugänge dürfen. Eine feinere Trennung (wer welchen Ablauf sehen darf, Freigaben vor dem Aktivieren) gehört zu den kostenpflichtigen Fassungen.

Praktisch heißt das für ein mittelständisches Haus:

  • Zwei Personen mit vollem Zugang — der Kümmerer und eine Vertretung. Nicht mehr, nicht weniger: bei einer Person steht der Betrieb im Urlaub still, bei fünf weiß niemand mehr, wer was geändert hat.
  • Alle anderen bekommen das Ergebnis, nicht die Oberfläche — die Liste der offenen Fälle, die Tagesmeldung, die Tabelle in der Anwendung.
  • Wer nur zusehen will, bekommt einen Screenshot oder eine Führung. Ein Zuschauerkonto in einem Werkzeug, das Zugriff auf alle Systeme hat, ist kein Zuschauerkonto.
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